
enercity automatisiert den Vertrieb von Fernwärmeanschlüssen in wenigen Wochen

success story
Low-Code als Fundament für den Fernwärmevertrieb von morgen
Im Jahr 2022 bearbeitete das Fernwärme-Vertriebsteam von enercity etwa 60 Kundenanfragen pro Jahr.
Heute ist diese Zahl auf über 2.000 gestiegen – das Beste daran?
Durch die Vollautomatisierung des Prozesses inklusive Integration in die bestehende IT-Systemlandschaft von enercity ist diese Zahl beliebig skalierbar.
Für einen der größten Energieversorger Deutschlands, der fast eine Million Menschen mit Strom, Wärme, Gas und Wasser versorgt, hat das gestiegene Interesse an nachhaltiger Wärmeversorgung eine digitale Lücke offengelegt. Es gab keine zentrale Übersicht über das Fernwärmenetz, und die rapide steigende Anzahl an Kundenanfragen wurde zunehmend zu einer Herausforderung.
Low-Code und letztendlich Mendix lieferten die Lösung. Was als Projekt zur Verbesserung der Angebotsprozesse begann, entwickelte sich zu einer übergreifenden digitalen Infrastruktur, die Kunden, Partner, Netzbetreiber und interne Teams miteinander verbindet. Die Plattform basiert auf einer gemeinsamen, kartenbasierten Ansicht des Netzes und vereint alle relevanten Daten und Prozesse in einer einzigen zentralen Oberfläche, die automatisiert auf verschiedenste Hintergrundsysteme zugreift. Damit erhält enercity vollständige Prozesssicherheit und maximale Skalierbarkeit in Bezug auf die steigende Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen.
Vom manuellen Prozess zur skalierbaren Vertriebslösung:
- Stark steigende Fernwärme-Anfragen, Prozesse nicht skalierbar
- Kundendaten und Netzinformationen verteilt, kein zentraler Überblick
- Viel manuelle Recherche, dadurch längere Bearbeitungszeiten

Eine Karte als Grundlage für die digitale Transformation
Fernwärme ist von Natur aus räumlich. Die Rohre verlaufen unter den Straßen. Die Kapazität hängt von der Netzwerktopologie ab. Die Verfügbarkeit für Kunden wird durch die Nähe bestimmt. Das Team der enercity hatte eine klare Zielsetzung für die Entwicklung ihrer Software: eine gebietsübergreifende, kartenbasierte Ansicht des gesamten Fernwärmenetzes. Vor der Integration von Mendix gab es diese zentrale Datenansicht nicht. Die Vertriebsteams fügten Informationen aus E-Mails, Tabellenkalkulationen und unterschiedlichen Systemen manuell zusammen, was zu langen Bearbeitungszeiten führte und eine effektive Planung einschränkte.
„Wir arbeiten nicht an einem Gebäude und dann an einem anderen. Wir müssen das Netzwerk als Ganzes betrachten. Herkömmliche CRM-Systeme waren dazu nicht in der Lage, aber Low-Code gab uns die Flexibilität, genau das zu entwickeln, was wir brauchten.“ — Leon March, Business Account Manager
Was als Maßnahme zur Verbesserung der Vertriebseffizienz begann, entwickelte sich schnell zu etwas weitaus Größerem: einer gemeinsamen digitalen Karte, die als Rückgrat für den Fernwärmevertrieb, die Netzausbauplanung und die teamübergreifende Zusammenarbeit dienen sollte. Dabei spielte auch die modulare Funktionsweise von Mendix, die es ermöglicht, flexibel mit den Anforderungen zu wachsen, auch technologisch eine wichtige Rolle, um effiziente Lösungen zu schaffen.
2024 startete enercity gemeinsam mit der d.u.h.Group die Automatisierung ihrer Prozesse mit Low-Code. Unsere Erfahrung aus Projekten mit Stadtwerken und Energieversorgern sowie die langjährige Expertise in IT- und Prozessberatung sowie der Mendix-Implementierung aus einer Hand halfen dabei, diese Vision in eine skalierbare, zukunftsfähige Plattform zu überführen.
Aufbau einer skalierbaren IT-Landschaft
Die Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen war innerhalb weniger Jahre explosionsartig gestiegen, und Mendix wurde zur zentralen Entwicklungs- und Betriebsplattform für Applikationen, um die Abläufe bei enercity transparenter und effizienter zu gestalten – und das alles im Einklang mit der bestehenden Systemlandschaft und den vorhandenen Datenmodellen. So konnte vermieden werden, dass zum Beispiel langwierige und fehleranfällige Datenmigrationen erforderlich waren.
Mit Mendix und der individuellen Entwicklung von Applikationen konnten Automatisierungsmaßnahmen mit messerscharfem Fokus auf das Problem durchgeführt werden, sodass Wechselwirkungen mit anderen Systemen nicht aufwendig berücksichtigt werden mussten. Das war entscheidend dafür, dass Lösungen schnell umgesetzt werden konnten und keine langwierigen Planungsphasen nötig waren. „Die Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen ist so stark gestiegen, dass auch eine deutliche Vergrößerung des enercity Fernwärme-Vertriebsteams ohne bessere Prozesse und Tools keine nachhaltige Lösung wäre.“ – Marc Scheil, Projektmanager, d.u.h.Group

Im Mittelpunkt des neuen Fernwärme Vertriebstools steht die interaktive Karte, die Informationen aus mehr als fünf Systemen in einer Cockpitansicht für die Angebotskalkulation zur Verfügung stellt, um die Nutzung der vorhandenen Tiefbaukapazitäten zu optimieren. Diese Karte basiert auf einem von der d.u.h.Group individuell entwickelten „Widget“, das dank der besonderen Möglichkeiten von Mendix auch über Low-Code hinaus die Integration von High-End-Entwicklungen ermöglicht.
Anstatt Daten aus mehreren Systemen mühsam zu konsolidieren, um die nötigen Informationen über Kunden, Gebäude und Ausbauplan zu erhalten, werden diese nun in Echtzeit über Mendix bereitgestellt – für schnelle Entscheidungen und kurze Antwortzeiten auf Kundenanfragen.
So funktioniert der Prozess heute wie folgt:
- Potenzielle Kunden reichen ein Kontaktformular ein.
- Mendix visualisiert die Anfrage auf der Fernwärmekarte.
- Die Anbindung an das Fernwärmenetz wird sofort überprüft.
- Die Vertriebsteams erstellen verbindliche Angebote auf Grundlage realer und aktueller Infrastrukturdaten.

Anwender von enercity können nun den Kundenstatus, die aktuelle Wärmeerzeugung und geplante Anschlusszeitpläne einsehen – alles in einer visuellen, zentralisierten Übersicht, die Arbeitsabläufe vereinheitlicht und die strategische Planung zur Optimierung von Kosten und Kapazitäten unterstützt.
Das Feedback der Anwender war von zentraler Bedeutung. Die Anwender schlugen beispielsweise vor, jedes Produkt einzeln zu verwalten, anstatt eine kombinierte Ansicht zu verwenden. Dank Mendix konnten wir diese Änderung schnell umsetzen, wodurch die Übersicht viel klarer und benutzerfreundlicher wurde.
– Leon March, Business Account Manager bei enercity

Die Entwicklung lief von Dezember 2024 bis Juni 2025, und die Ergebnisse sprechen für sich: Der Datenabruf erfordert nun nur noch wenige Klicks, die Produktivität hat sich um mehr als 20 % verbessert, und die Teams können strategische Entscheidungen einfacher treffen. enercity erweitert die Plattform nun, um Außendienstteams mit Smartphones und Tablets zu unterstützen.
Mit dem nächsten Sprint können Vertriebsmitarbeitende Kundeninformationen vor Ort erfassen, Fotos von Eingängen machen und sofortige Rückmeldungen für die Infrastrukturplanung geben. Eine echte Revolution und enorme Zeit- und Kostenersparnis.
– Marc Scheil, Projektmanager, d.u.h.Group
Ausbau der digitalen Infrastruktur für die enercity AG und die enercity Netz GmbH
Mit der Weiterentwicklung der Fernwärmeplattform begann enercity, denselben Low-Code-Ansatz auch auf andere Geschäftsbereiche der enercity AG und der enercity Netz GmbH anzuwenden. „Angesichts wachsender Volumina und strengerer regulatorischer Anforderungen benötigten wir Prozesse, die für unsere Partner ebenso transparent und flexibel waren wie für unsere internen Teams.“ – Leon March, Business Account Manager bei enercity. Das Ergebnis war eine Reihe miteinander verbundener Anwendungen, die sich zwar in ihrem Zweck unterschieden, aber alle auf derselben digitalen Basis aufbauen und Daten effizient miteinander teilen.

Das Vertriebspartner-Portal (VPP) der enercity AG zentralisiert die Zusammenarbeit mit internen und externen Vertriebspartnern. Partnermanagement, Vertragsabwicklung, Tarife, Qualitätssicherung und Provisionsabrechnung werden nun in einem einzigen System verwaltet. Standardisierte Kommunikation und klare Arbeitsabläufe haben zu folgenden Ergebnissen geführt:
- Reduzierung von Fehlern auf allen Ebenen
- Verkürzung der Bearbeitungszeit
- Verbesserung der Transparenz für alle Beteiligten

Für Installationsunternehmen bietet das Inbetriebnahme-Auftragsportal (IBA) der enercity Netz GmbH geführte, digitale Workflows für die Übermittlung von Zählerständen für Strom, Wasser, Gas und Fernwärme.
Die Mitarbeiter prüfen und verwalten diese Anfragen in einer auf Mendix basierenden Applikation, während die Workflows unabhängig voneinander angepasst werden können, um neuen geschäftlichen oder regulatorischen Anforderungen Rechnung zu tragen.

Das enercity NetzPortal (eNP) der enercity Netz GmbH dient als zentraler digitaler Zugangspunkt für Netzkunden, über den sie:
- PV-Anlagen registrieren
- Neue Hausanschlüsse beantragen
- Steuerbare Verbrauchergeräte verwalten
- Intelligente Messprozesse durchgängig durchführen
Zusammen erweitern diese Anwendungen die gleichen Prinzipien, die auch für die Fernwärmeplattform gelten: übergreifende Transparenz, klare Arbeitsabläufe und skalierbare, digitale Prozesse.
Ausblick auf Innovationen und im Bereich Künstlicher Intelligenz
Mit Mendix als festem Bestandteil der IT-Strategie setzt enercity auf Funktionen der nächsten Generation, die über Anwendungen im Backoffice-Bereich hinausgehen. „Wir statten unsere Außendienstteams mit Tablets für Kundengespräche vor Ort aus. Damit können sie Kellerräume begutachten, Fotos machen, Details mit Anmerkungen versehen, aus der Ferne auf Daten zugreifen und Informationen direkt in das System eingeben.“ – Leon March, Business Account Manager bei enercity
Fotoaufnahmen, Anmerkungen und KI-gestützte Erkenntnisse werden die Planung und Entscheidungsfindung weiter verbessern. KI wird dabei helfen, Muster in komplexen Datensätzen aufzudecken, Prioritäten hervorzuheben und den Zugriff auf Informationen zu erleichtern.

„Das Ziel ist es, sehr komplexe Daten zu verarbeiten und den Zugriff auf Informationen zu erleichtern, die manuell nicht einfach zu verarbeiten sind. Diese Funktionen sollen unser Vertriebsteam dabei unterstützen, Aufgaben KI-gestützt zu priorisieren. So können sie beispielsweise schnell den Status von Verträgen oder andere wichtige Kennzahlen einsehen und Kunden optimal beraten. Es ist ein hilfreiches Tool, das ihre Arbeit effizienter und fundierter macht.“ – Leon March, Business Account Manager bei enercity.
Neue digitale Projekte werden nun in Mendix erstellt, was enercity dabei hilft, das gesamte Kundenerlebnis neu zu gestalten, mit dem strategischen Ziel, stets das kundenfreundlichste Energieversorgungsunternehmen zu sein.
„Die Digitalisierung des Vertriebs von Fernwärmeanschlüssen war nur der erste Schritt. Wir denken in größeren Dimensionen, damit unsere Kunden letztendlich von einem einzigartigen und umweltfreundlichen Serviceerlebnis profitieren.“ — Leon March, Business Account Manager

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