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07.05.26

FMEA in Teamcenter: So digitalisieren Sie Ihr Risikomanagement

Die FMEA – Failure Mode and Effects Analysis – ist in regulierten Branchen Pflicht und in der gesamten Industrie Best Practice. Doch in vielen Unternehmen läuft sie noch immer in Excel: manuell gepflegt, schwer nachvollziehbar und vom restlichen Entwicklungsprozess entkoppelt. Teamcenter verändert das grundlegend.

Dieser Artikel zeigt, wie die FMEA-Integration in Teamcenter funktioniert, welche konkreten Vorteile sie bringt und worauf Sie bei der Einführung achten sollten.

Warum Excel-basierte FMEA an ihre Grenzen stößt

Die typische FMEA-Praxis sieht so aus: Ein Qualitätsingenieur erstellt ein Excel-Formblatt gemäß VDA oder AIAG. Konstrukteure und Prozessplaner tragen Fehlerursachen, Auswirkungen und Maßnahmen ein. Das Dokument wird per E-Mail verteilt, Versionen entstehen, Änderungen gehen unter.

Das Problem ist nicht die Methode – die FMEA-Methodik ist bewährt. Das Problem ist das Medium. Excel bietet keine Versionierung, keine Rückverfolgbarkeit, keine Verknüpfung zu Konstruktionsdaten. Wenn sich ein Bauteil ändert, muss jemand manuell prüfen, ob die zugehörige FMEA noch aktuell ist. In der Praxis passiert das zu selten – mit messbaren Qualitätsrisiken.

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Wie FMEA in Teamcenter funktioniert

Teamcenter Quality bietet ein dediziertes FMEA-Modul, das die Methodik direkt in die PLM-Plattform einbettet. Statt einer isolierten Datei wird die FMEA Teil des digitalen Produktmodells.

Strukturverknüpfung: Jede FMEA ist direkt mit der Produktstruktur in Teamcenter verbunden. Ändert sich ein Bauteil oder eine Baugruppe, wird die zugehörige FMEA automatisch als überprüfungsbedürftig markiert. Das eliminiert das Risiko veralteter Risikoanalysen.

Durchgängige Fehlerketten: Fehlerursachen und -auswirkungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern über die gesamte Systemstruktur hinweg verknüpft. Eine Fehlerursache auf Bauteilebene propagiert automatisch als potenzielle Fehlerauswirkung auf Baugruppenebene. Das entspricht der Anforderung des AIAG/VDA-Harmonisierungshandbuchs an die Struktur-FMEA.

Maßnahmenverfolgung: Definierte Maßnahmen aus der FMEA werden als Aufgaben in Teamcenter Workflow übertragen. Verantwortlichkeiten, Fristen und Status sind transparent. Keine Maßnahme geht verloren, kein Review-Termin wird vergessen.

Wiederverwendung: Einmal erstellte FMEAs lassen sich als Template für ähnliche Produkte oder Varianten nutzen. Statt bei null zu beginnen, starten Sie mit einer bewährten Basis und passen gezielt an. Das reduziert den Aufwand für neue Projekte um 30–50 %.

Design-FMEA und Prozess-FMEA: Beide im selben System

In der Praxis existieren Design-FMEA (DFMEA) und Prozess-FMEA (PFMEA) oft in getrennten Welten – erstellt von unterschiedlichen Abteilungen, in unterschiedlichen Dateien, mit unterschiedlichen Reifegraden. Teamcenter löst diese Trennung auf.

Die DFMEA wird direkt mit den Konstruktionsdaten aus NX verknüpft. Wenn der Konstrukteur eine Toleranz ändert, sieht der Qualitätsingenieur das in der FMEA-Ansicht und kann die Risikobewertung aktualisieren. Die PFMEA verknüpft sich mit den Fertigungsprozessen und Arbeitsplänen. So entsteht eine durchgängige Risikokette vom Design über den Prozess bis zum fertigen Produkt.

Konkreter Nutzen: Was bringt die Umstellung?

Zeitersparnis: Unternehmen berichten von 40–60 % weniger Zeitaufwand für FMEA-Erstellung und -Pflege. Der Haupttreiber: automatische Strukturverknüpfung und Wiederverwendung statt manuellem Copy-Paste.

Audit-Sicherheit: Jede Änderung an der FMEA ist versioniert und nachvollziehbar. Bei Audits – ob IATF 16949, ISO 13485 oder kundenspezifisch – können Sie jederzeit den aktuellen Stand UND die Historie vorlegen.

Qualitätsverbesserung: Durch die automatische Benachrichtigung bei Designänderungen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Risikoanalysen veralten. Das wirkt sich direkt auf die Feldqualität aus – weniger Reklamationen, weniger Rückrufe.

Wissenstransfer: FMEAs werden zu einem lebendigen Wissensspeicher. Neue Mitarbeitende können auf historische Risikoanalysen zugreifen und daraus lernen. Das Wissen bleibt im Unternehmen, auch wenn erfahrene Kollegen ausscheiden.

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Voraussetzungen und Einführungsstrategie

Die Integration der FMEA in Teamcenter erfordert das Modul Teamcenter Quality. Darüber hinaus sollten die Produktstrukturen in Teamcenter bereits sauber gepflegt sein – die FMEA baut auf diesen Strukturen auf.

Ein bewährter Einführungsweg: Starten Sie mit einem Pilotprojekt für die DFMEA eines überschaubaren Produkts. Migrieren Sie eine bestehende Excel-FMEA in Teamcenter, verknüpfen Sie sie mit der Produktstruktur und sammeln Sie Erfahrungen. Erst nach erfolgreicher Validierung folgt der Rollout auf PFMEA und weitere Produkte.

Die d.u.h.Group begleitet Sie bei diesem Weg: von der Bedarfsanalyse über die Konfiguration von Teamcenter Quality bis zur Schulung Ihrer FMEA-Moderatoren. Mit Erfahrung aus Automotive, Medizintechnik und Maschinenbau kennen wir die branchenspezifischen Anforderungen an das Risikomanagement.

Sprechen Sie mit uns über die Digitalisierung Ihrer FMEA.

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