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07.03.26

Low-Code-Integration für PLM: Intelligente Systemerweiterungen ohne Programmieraufwand

Die Digitalisierung industrieller Prozesse erfordert flexible, schnell anpassbare Lösungen. Low-Code PLM Integration ermöglicht es Unternehmen, ihre Product Lifecycle Management-Systeme effizient zu erweitern und anzupassen – ohne aufwändige Programmierung. Besonders in Kombination mit führenden PLM-Lösungen wie Teamcenter eröffnen Low-Code-Plattformen neue Möglichkeiten für digitale Prozessoptimierung und nahtlose Systemvernetzung.

Erfahren Sie, wie Low-Code-Technologie Ihre PLM Systemlandschaft transformiert, welche konkreten Anwendungsfälle existieren und welche Vorteile sich für Ihr Unternehmen ergeben.

Was ist Low-Code und warum ist es für PLM relevant?

Low-Code-Entwicklungsplattformen revolutionieren die Art und Weise, wie Unternehmen Software erstellen und integrieren. Statt komplexen Code zu schreiben, nutzen Anwender visuelle Modellierungswerkzeuge, vorgefertigte Komponenten und Drag-and-Drop-Interfaces.

Grundprinzipien von Low-Code:

Low-Code basiert auf dem Konzept der visuellen Entwicklung. Entwickler und sogar Fachanwender können Anwendungen durch grafische Konfiguration erstellen, wobei die Plattform automatisch den notwendigen Code generiert. Dies reduziert Entwicklungszeiten um bis zu 70% gegenüber traditioneller Programmierung.

Low-Code im Detail entdecken

Relevanz für PLM-Systeme:

PLM-Lösungen wie Teamcenter sind leistungsstark, aber oft komplex und nicht für jeden Anwendungsfall out-of-the-box optimiert. Hier setzt Low-Code PLM Integration an:

  • Schnelle Anpassungen: Geschäftsprozesse ändern sich ständig. Low-Code ermöglicht es, PLM-Workflows in Tagen statt Monaten anzupassen.
  • Citizen Development: Fachabteilungen können eigene Anwendungen erstellen, die ihre spezifischen Anforderungen erfüllen – unter IT-Governance, aber ohne vollständige Abhängigkeit von der IT-Abteilung.
  • Nahtlose Integration: Low-Code-Plattformen bieten Konnektoren zu PLM, ERP, CRM und anderen Unternehmenssystemen, wodurch Datensilos aufgebrochen werden.

Typische Herausforderungen, die Low-Code löst:

Viele Unternehmen kämpfen mit fragmentierten Daten in ihren PLM-Systemen. Konstruktionsdaten liegen in Teamcenter, Fertigungsinformationen im MES, Kundenanforderungen im CRM. Low-Code schafft die Brücke: Dashboards visualisieren Daten aus verschiedenen Quellen, mobile Apps bringen PLM-Informationen auf die Werkshalle, und automatisierte Workflows synchronisieren Änderungen systemübergreifend.

Die digitale Prozessoptimierung durch Low-Code bedeutet konkret: weniger manuelle Dateneingabe, schnellere Entscheidungen durch bessere Datentransparenz und höhere Agilität bei Prozessänderungen.

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Low-Code-Integration mit Teamcenter: Architektur und Möglichkeiten

Die Integration von Low-Code-Plattformen mit Siemens Teamcenter schafft eine leistungsstarke Kombination aus robustem PLM-Backbone und flexibler Anwendungsentwicklung.

Technische Integrationsarchitektur:

Low-Code-Plattformen verbinden sich über verschiedene Mechanismen mit Teamcenter:

  • REST-APIs: Teamcenter bietet umfassende REST-Schnittstellen, über die Low-Code-Anwendungen Produktdaten lesen, schreiben und aktualisieren können.
  • SOA-Services: Service-orientierte Architektur ermöglicht den Zugriff auf komplexe PLM-Funktionen wie BOM-Management, Change Management oder Workflow-Steuerung.
  • Datenbank-Konnektoren: Für spezielle Reporting- oder Analyse-Szenarien können Low-Code-Plattformen direkt auf die Teamcenter-Datenbank zugreifen (lesend).

Low-Code erweitert Teamcenter in mehreren Dimensionen:

  • Benutzeroberflächen für spezifische Rollen: Während Teamcenter Active Workspace eine universelle Oberfläche bietet, können mit Low-Code hochspezialisierte Interfaces erstellt werden – etwa für Servicetechniker, die nur Wartungsinformationen benötigen, oder für Einkäufer, die ausschließlich Lieferantendaten und Stücklisten einsehen.
  • Mobile Anwendungen: Native mobile Apps bringen PLM-Funktionalität direkt in die Fertigung. Werker können auf Tablets Arbeitsanweisungen abrufen, Qualitätsprobleme melden oder Materialverbräuche erfassen – alles synchronisiert mit Teamcenter.
  • Externe Portale: Lieferanten, Partner oder Kunden erhalten über Low-Code-Portale kontrollierten Zugriff auf relevante Produktinformationen aus Teamcenter, ohne dass sie Teamcenter-Lizenzen benötigen.

Integration mit Drittsystemen:

Ein zentraler Vorteil der Low-Code PLM Integration ist die Fähigkeit, Teamcenter mit anderen Unternehmenssystemen zu verbinden:

  • ERP-Integration: Automatischer Abgleich von Stücklisten, Artikelstammdaten und Änderungsmeldungen zwischen Teamcenter und SAP, Oracle oder anderen ERP-Systemen.
  • CRM-Anbindung: Kundenanforderungen aus Salesforce oder Microsoft Dynamics fließen direkt in Teamcenter-Projekte ein.
  • MES-Kopplung: Fertigungsdaten aus dem Manufacturing Execution System werden mit PLM-Informationen verknüpft für vollständige Rückverfolgbarkeit.

Workflow-Automatisierung:

Low-Code-Plattformen ermöglichen die Orchestrierung komplexer Prozesse über Systemgrenzen hinweg. Ein Beispiel: Ein Änderungsantrag wird in Teamcenter erstellt, automatisch werden betroffene Stakeholder benachrichtigt, Freigaben werden parallel eingeholt, und nach Genehmigung werden ERP, MES und Dokumentenmanagementsystem automatisch aktualisiert – alles ohne manuelle Eingriffe.

Diese Architektur schafft eine agile, erweiterbare PLM Systemlandschaft, die mit den Anforderungen des Unternehmens mitwachsen kann

Konkrete Anwendungsfälle für Low-Code in der PLM-Landschaft

01
Produktion & Fertigung:
  • Papierlose Werkshalle
  • BOM-Zusammenarbeit
  • BOP-Erweiterung
02Qualität & Problemlösung:
03Vertrieb & Externe:
04Daten & Integration:
05Mobilität & Benutzerfreundlichkeit:

Business-Vorteile der Low-Code PLM Integration

1

Drastisch verkürzte Entwicklungszeiten:

Traditionelle Softwareentwicklung für PLM-Erweiterungen dauert Monate. Low-Code reduziert dies auf Wochen oder sogar Tage. Unternehmen können schneller auf Marktanforderungen reagieren und neue Prozesse zeitnah digitalisieren. Die Time-to-Value sinkt um bis zu 70%.

2

Reduzierte IT-Kosten:

Weniger Code bedeutet weniger Wartungsaufwand. Low-Code-Anwendungen sind einfacher zu pflegen und anzupassen als traditionell programmierte Lösungen. Zudem können Fachabteilungen unter IT-Governance selbst Anwendungen erstellen, was die IT-Abteilung entlastet.

3

Höhere Benutzerakzeptanz:

Da Low-Code-Anwendungen oft in enger Zusammenarbeit mit den Endanwendern entwickelt werden, passen sie besser zu deren Arbeitsweise. Die Oberflächen sind intuitiv, die Prozesse schlank. Dies führt zu höherer Akzeptanz und schnellerer Adoption.

4

Verbesserte Datenqualität:

Automatisierte Workflows und Validierungen in Low-Code-Anwendungen reduzieren manuelle Fehler. Die Low-Code PLM Integration stellt sicher, dass Daten konsistent zwischen Systemen synchronisiert werden, was die Gesamtdatenqualität in der PLM Systemlandschaft erheblich verbessert.

5

Agilität und Anpassungsfähigkeit:

Geschäftsprozesse ändern sich ständig. Low-Code ermöglicht es, Anwendungen schnell anzupassen, ohne große Entwicklungsprojekte starten zu müssen. Diese Agilität ist besonders wertvoll in dynamischen Märkten.

6

Demokratisierung der Digitalisierung:

Low-Code befähigt Fachabteilungen, ihre eigenen digitalen Lösungen zu schaffen. Produktmanager, Qualitätsingenieure oder Fertigungsplaner können Anwendungen entwickeln, die ihre spezifischen Herausforderungen adressieren – unter IT-Governance, aber ohne vollständige Abhängigkeit von knappen Entwicklerressourcen.

7

Skalierbarkeit:

Low-Code-Plattformen sind cloud-native und skalieren automatisch mit wachsenden Anforderungen. Ob 10 oder 10.000 Nutzer – die Infrastruktur passt sich an.

8

Schnellerer ROI:

Durch verkürzte Entwicklungszeiten, geringere Kosten und schnellere Prozesse amortisieren sich Low-Code-Investitionen typischerweise innerhalb von 6-12 Monaten.

9

Innovation und Wettbewerbsvorteile:

Unternehmen, die ihre digitale Prozessoptimierung mit Low-Code vorantreiben, können schneller neue Geschäftsmodelle testen, Kundenanforderungen umsetzen und Prozesse optimieren. Dies schafft nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Die Low-Code PLM Integration ist mehr als ein technischer Trend – sie ist ein strategischer Enabler für digitale Transformation. Unternehmen, die Low-Code-Plattformen mit ihrer PLM Systemlandschaft verbinden, schaffen agile, benutzerfreundliche und kosteneffiziente Lösungen. Von der papierlosen Werkshalle über intelligente Dashboards bis zu mobilen Serviceanwendungen – Low-Code macht PLM-Daten zugänglich, Prozesse effizienter und Unternehmen wettbewerbsfähiger. Die Zukunft der digitalen Prozessoptimierung liegt in der intelligenten Kombination bewährter PLM-Systeme mit der Flexibilität moderner Low-Code-Technologie.

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