Anwenderbericht enercity

Schneller zur
Wärmeenergiewende

Low-Code-Lösung der d.u.h.Group erleichtert Zugang zur Fernwärme und unterstützt enercity beim Ausbau einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung

enercity AGenercity AG d.u.h.Groupd.u.h. Group MendixMendix

Messbarer Mehrwert

Was die Plattform im Alltag verbessert

Transparenz & Prüfung

Transparenz Echtzeit-Visualisierung der Anfrage auf der Fernwärmekarte

Prüfung Schnelle Überprüfung der Anbindung an das Fernwärmenetz

Angebot & Ausbau

Angebot Verbindliche Angebote auf Grundlage realer, aktueller Infrastrukturdaten ohne Zeitverlust

Ausbau Optimierte Planung und Durchführung des Netzausbaues

Sicherheit & Skalierung

Sicherheit Vollständige Prozesssicherheit und maximale Skalierbarkeit

Reaktionsfähigkeit Durch kurze Umsetzungszeit rasches Reagieren auf veränderliche Anforderungen oder gesetzliche Vorschriften

 

Ausgangslage

Digitalisierung für eine stark wachsende Nachfrage

Die Wärmewende stellt Energieversorger vor die Aufgabe, steigende Nachfrage, komplexe technische Anforderungen und gewachsene Systemlandschaften effizient miteinander zu verbinden. Für enercity ist die Fernwärme dabei ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in Hannover. Als eines der größten kommunalen Energieunternehmen Deutschlands versorgt die enercity AG rund eine Million Menschen in Hannover und der Region mit Strom, Wärme und Trinkwasser und begleitet Kund:innen mit nachhaltigen und intelligenten Lösungen auf dem Weg in die Klimaneutralität.

Dass digitale Prozesse dabei eine entscheidende Rolle spielen, hat sich im enercity-Konzern bereits vor dem starken Wachstum der Fernwärme gezeigt. Die d.u.h.Group hat gemeinsam mit der enercity Netz GmbH zunächst den Inbetriebsetzungsauftrag für Hausanschlüsse digitalisiert und damit digitale Workflows für Installationsunternehmen geschaffen. Sämtliche Adressdaten werden dabei automatisiert geprüft und zentral in der Regionalstruktur abgelegt. Dadurch können Zähler und Anschlüsse den jeweiligen Objekten und ausführenden Handwerksbetrieben mit hohem Automatisierungsgrad zugeordnet werden. Anschließend folgte mit dem enercity NetzPortal ein weiteres zentrales Digitalisierungsprojekt, über das Kund:innen Bedarfsveränderungen wie Photovoltaikanlagen, Ladeeinrichtungen oder Batteriespeicher selbstständig anmelden können. Diese Erfahrungen zeigten, dass sich mit der Low-Code-Plattform Mendix komplexe Systemlandschaften effizient integrieren und zugleich anwenderfreundliche Lösungen in kurzer Zeit bereitstellen lassen.

Arbeiten am Fernwärmenetz
Das Gebäudeenergiegesetzes (GEG) führte in Deutschland zu einem explosionsartigen Anstieg von Kundenanfragen für Fernwärme-Neuanschlüsse. In Hannover setzte das nicht nur die enercity Netz GmbH beim Ausbau des Leitungsnetzes unter Druck, sondern auch die Vertriebsorganisation in der enercity AG.

Genau diese Erfahrungen wurden für den Fernwärmevertrieb zunehmend relevant. Über viele Jahre hinweg wuchs das Fernwärmenetz kontinuierlich; infolge der Energiepreiskrise sowie der seit 2023 in Hannover geltenden Fernwärmesatzung stieg die Nachfrage nach Neuanschlüssen jedoch sprunghaft an. Während zuvor rund 60 Anfragen pro Jahr üblich waren, verzeichnete enercity inzwischen mehr als 7.000 Anfragen. Damit veränderten sich auch die Anforderungen an die internen Prozesse deutlich.

„Fernwärme ist ein zentraler Baustein der Wärmewende in Hannover. Um die stark steigende Nachfrage effizient und zuverlässig bedienen zu können, setzen wir konsequent auf die Digitalisierung unserer Vertriebsprozesse. So schaffen wir mehr Transparenz für unsere Kundinnen und Kunden, verbessern unsere Datengrundlage und können den Netzausbau gezielter und effizienter vorantreiben“, sagt Carsten Heckmann, Bereichsleiter Fernwärme und Wasser bei der enercity AG.

Die Herausforderung lag dabei nicht allein in der Menge der Anfragen. Während die enercity Netz GmbH für Herstellung, Betrieb und Instandhaltung des Fernwärmenetzes zuständig ist, liegt der Fernwärmevertrieb bei einem spezialisierten Team innerhalb der enercity AG. Relevante Informationen zum Netz, zu Anschlussmöglichkeiten und zu Kundenanfragen waren daher in mehreren domänenspezifischen Systemen verteilt und mussten für die Bearbeitung teilweise manuell zusammengeführt werden. Das führte zu erhöhtem Abstimmungsaufwand und begrenzter Transparenz in den Abläufen.

Vor diesem Hintergrund erkannte enercity frühzeitig die Notwendigkeit, die Prozesse im Fernwärmevertrieb weiter zu professionalisieren und konsequent zu digitalisieren. Ziel war eine durchgängige, medienbruchfreie Lösung, die steigende Anfragezahlen bewältigt, Arbeitsabläufe effizient unterstützt und den Vertrieb nachhaltig skalierbar macht. Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit in den vorherigen Netzprojekten wurde die d.u.h.Group als Umsetzungspartner eingebunden, um gemeinsam ein passgenaues Softwaretool für den Fernwärmevertrieb zu entwickeln.

„enercity war klar, dass es zur Bewältigung der Anfrageflut nicht genügen würde, Personal aufzustocken, sondern vor allem optimierte Prozesse und individuelle, intuitive Softwaretools eine Lösung bieten“, erklärt Marc Scheil, Senior Mendix Consultant bei der d.u.h.Group GmbH.

 

Die Plattform

Eine zentrale Lösung für den Fernwärmevertrieb

Die d.u.h.Group setzte dafür auf die Low-Code-Plattform Mendix von Siemens. Als langjähriger Platinum Smart Expert Partner von Siemens Digital Industries Software entwickelt d.u.h.Group maßgeschneiderte Lösungen für digitale Transformation und Prozessautomatisierung. Die Plattform ermöglicht es, verteilte Datenbestände zusammenzuführen, bestehende Systemlandschaften zu integrieren und Anwendungen über REST-Schnittstellen sowie eine Vielzahl verfügbarer Konnektoren an vorhandene Backendsysteme anzubinden. Dadurch lassen sich auch komplexe, über viele Jahre gewachsene IT-Landschaften effizient vernetzen und neue Anwendungen innerhalb kurzer Zeit produktiv bereitstellen.

Aus dem ursprünglichen Projekt zur Verbesserung der Angebotsprozesse entwickelte sich gemeinsam mit der enercity AG eine zentrale digitale Plattform für den Fernwärmevertrieb, die Netzausbauplanung und die teamübergreifende Zusammenarbeit. Kern der Lösung ist eine kartenbasierte Darstellung des Fernwärmenetzes. Dafür entwickelte die d.u.h.Group ein individuelles Widget, das Daten aus unterschiedlichen Fach- und Hintergrundsystemen automatisiert zusammenführt und in einer gemeinsamen Kartenansicht visualisiert. Dadurch stehen Netz-, Infrastruktur- und Kundendaten erstmals in einer zentralen Anwendung zur Verfügung und können von Vertrieb, Planung und Netzbetrieb gleichermaßen genutzt werden.

Die Anwendung bildet die relevanten Prozesse von der Anfrage über die technische Bewertung bis zur Umsetzung von Fernwärmeanschlüssen in einer einheitlichen Systemumgebung ab. Stellen potenzielle Kund:innen heute eine Anfrage, wird diese unmittelbar auf der Fernwärmekarte visualisiert und mit vorhandenen Netzdaten abgeglichen. Die Vertriebsteams können dadurch auf Basis aktueller Infrastrukturinformationen direkt im System verbindliche Angebote erstellen. Gleichzeitig unterstützt die Plattform eine gezieltere Planung von Tiefbaukapazitäten und des weiteren Netzausbaus. Alle Beteiligten erhalten dabei einen aktuellen und verlässlichen Überblick über den Bearbeitungsstand und können deutlich effizienter zusammenarbeiten.

Umsetzung im Detail

Digitale Prozesse in der Praxis

Eine besondere Herausforderung war die kurze Umsetzungszeit. Innerhalb von nur sechs Wochen entwickelte ein kleines Team der d.u.h.Group die Plattform für den Vertrieb. Die Lösung umfasst responsives Design für Desktop, Tablet und Smartphone, datenschutzkonforme Prozesse, formularabhängige Logiken sowie die automatisierte Anbindung mehrerer Backendsysteme. Trotz der hohen technischen Komplexität konnten sieben unabhängige Prozessstrecken innerhalb kürzester Zeit umgesetzt und produktiv bereitgestellt werden.

Die Kartendarstellung kommt bereits bei der Antragstellung zur Anwendung. So können Nutzer einfach ihre Eingabe überprüfen. Das hilft, Fehler zu vermeiden.

Auch das Feedback der Anwender:innen floss kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, Produkte einzeln statt in einer kombinierten Ansicht zu verwalten. Diese Änderung ließ sich in Mendix schnell umsetzen und machte die Anwendung übersichtlicher und anwenderfreundlicher.

Auf der Grundlage der Antragsdaten und realer, aktueller Infrastrukturdaten kann der Vertrieb unter Berücksichtigung der vorhandenen oder geplanten Leitungen an der Adresse im selben Tool sehr schnell verbindliche Angebote erstellen.

Die gemeinsam entwickelte Plattform stärkt die Prozesssicherheit und schafft die Grundlage, den dynamisch steigenden Bedarf an Fernwärmeanschlüssen strukturiert und skalierbar zu bedienen. Darüber hinaus wurde die Lösung bereits erweitert: Außendienstteams können heute über Smartphones und Tablets Kundeninformationen erfassen, Fotos von Anschlusssituationen dokumentieren und Rückmeldungen für die Infrastrukturplanung direkt vor Ort bereitstellen.

Durch die Integration von Smartphones und Tablets erweiterte enercity die Plattform. Nun können Außendienstteams vor Ort Kundeninformationen erfassen, Fotos von Anschlusssituationen machen und Rückmeldungen für die Infrastrukturplanung geben.
Damit zeigt das Projekt, wie digitale Prozessautomatisierung die Wärmewende konkret unterstützen kann: Durch bessere Datenverfügbarkeit, weniger Medienbrüche und eine gemeinsame Sicht auf Netz- und Kundendaten werden Abläufe transparenter, Entscheidungen fundierter und der weitere Ausbau der Fernwärme gezielter planbar. Die auf Basis von Mendix entwickelte Individualsoftware hat ihre Vorteile bereits unter Beweis gestellt: Sie verbindet die Flexibilität einer maßgeschneiderten Lösung mit einer deutlich kürzeren Umsetzungszeit gegenüber klassischer Individualprogrammierung.

 

Stimmen aus dem Projekt

Was die Projektverantwortlichen überzeugt

★★★★★

„Die auf Basis von Mendix geschaffene Individualsoftware kam einerseits im Gegensatz zur Verwendung handelsüblicher Softwarepakete ohne Kompromisse aus. Andererseits war die Umsetzungszeit im Vergleich zu klassischer Individualprogrammierung enorm kurz.“

Fynn Ellberg

Fynn Ellberg, Business Manager Mendix, d.u.h.Group GmbH:
★★★★★

„Wir haben alle bisherigen Hilfsmittel durch die zentrale Plattform ersetzt. Dazu haben wir 76.000 Datensätze aus mehreren Quellen in einer einzigen CSV-Datei konsolidiert, darunter E-Mails, Dokumente und andere Daten.“

Marc Scheil

Marc Scheil, Senior Mendix Consultant, d.u.h.Group GmbH:

 

Nächste Ausbaustufe

Blick in die Zukunft

Die Entwicklung der Plattform ist dabei noch nicht abgeschlossen. Künftig plant enercity, weitere Netzsysteme – darunter auch das neue System Smenso – an die Mendix-Plattform anzubinden. Ziel ist es, Daten und Prozesse über verschiedene Fachbereiche hinweg noch stärker zu vernetzen und durchgängige Informationsketten zu schaffen. Mendix soll dabei zunehmend als zentrale Integrations- und Prozessplattform dienen, auf der Informationen aus Vertrieb, Netzbetrieb und Infrastrukturplanung zusammenlaufen. Dadurch entsteht Schritt für Schritt eine einheitliche Systemlandschaft, die Medienbrüche reduziert, Transparenz schafft und die Bearbeitung von Kundenanfragen sowie die Planung des Netzausbaus weiter beschleunigt. Damit schafft enercity die Grundlage, die Digitalisierung der Fernwärmeprozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln und den steigenden Anforderungen der Wärmewende auch künftig effizient zu begegnen.

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Anwender

Über enercity – die Partnerin für intelligente Energie aus dem Norden für ganz Deutschland

Die enercity AG ist die integrierte Partnerin für die Energie- und Wärmewende aus dem Norden. Wir bauen, betreiben und vernetzen erneuerbare Energien, grüne Wärmesysteme und Speicher: Durch die intelligente Kopplung von Strom, Wärme und Mobilität schaffen wir ein stabiles, zukunftssicheres und klimaneutrales Gesamtsystem. Wir wandeln Milliarden-Investitionen in regionale Wertschöpfung um und stärken den Standort für Industrie, Kommunen und Haushalte. Wir setzen auf technologische Flexibilitätslösungen, um die Energiepreise durch smarte Steuerung stabil zu halten und die Wende bezahlbar zu machen. enercity ist der verlässliche Anker in einer komplexen Welt – wir machen die Energiewende zum Heimvorteil für die gesamte Region und für Deutschland. Mit einem Umsatz von rund 6,21 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitenden zählt der Konzern zu den größten kommunalen Energieunternehmen Deutschlands (Stand: Geschäftsjahr 2025). Weitere Informationen: www.enercity.de/presse

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