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25.09.26

Was ist der Unterschied zwischen ALM und PLM?

Produkte werden immer komplexer. Mechanik, Elektronik und Software wachsen zunehmend zusammen – vom klassischen Maschinenbau über Medizintechnik bis hin zur Automobilindustrie. Genau hier tauchen zwei Begriffe immer häufiger auf: ALM und PLM. Doch was bedeuten sie eigentlich? Und worin liegt der Unterschied zwischen Application Lifecycle Management und Product Lifecycle Management?

Kurz gesagt: PLM verwaltet den Lebenszyklus eines physischen oder mechatronischen Produkts. ALM verwaltet den Lebenszyklus von Software und Anwendungen. In modernen Unternehmen müssen beide Welten eng miteinander verbunden werden.

Was ist PLM?

PLM steht für Product Lifecycle Management. Es beschreibt die Verwaltung aller Informationen, Prozesse und Daten rund um ein Produkt – von der ersten Idee über Entwicklung und Produktion bis hin zu Service, Wartung und Ausphasung.

PLM kommt besonders dort zum Einsatz, wo komplexe Produkte entwickelt und gefertigt werden. Dazu zählen beispielsweise Maschinen, Fahrzeuge, Anlagen, Geräte oder technische Komponenten.

Typische PLM-Inhalte sind: Produktstrukturen und Stücklisten, CAD-Daten und technische Zeichnungen, Änderungsmanagement, Variantenmanagement, Anforderungen an das Produkt, Freigabeprozesse, Produktions- und Servicedaten.

Das Ziel von PLM ist es, eine zentrale und durchgängige Datenbasis für das Produkt zu schaffen. Dadurch können Unternehmen Entwicklungszeiten verkürzen, Fehler reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen Engineering, Produktion, Einkauf, Qualität und Service verbessern.

Was ist ALM?

ALM steht für Application Lifecycle Management. ALM beschäftigt sich mit dem gesamten Lebenszyklus von Software. Es begleitet Software von der ersten Anforderung über Entwicklung und Test bis hin zu Release, Betrieb und Wartung.

ALM ist besonders wichtig für Softwareteams. Da aber fast jedes moderne Produkt Software enthält, wird ALM auch für Industrieunternehmen immer relevanter.

In ALM-Systemen werden zum Beispiel folgende Themen abgebildet: Softwareanforderungen, Aufgaben und Backlogs, User Stories, Quellcode, Tests, Fehler und Bugs, Releases, Versionen, Dokumentation, Nachverfolgbarkeit.

Das Ziel von ALM ist es, Softwareentwicklung transparent, strukturiert und kontrollierbar zu machen.

Unternehmen können dadurch besser nachvollziehen, welche Anforderungen umgesetzt wurden, welche Tests erfolgreich waren und welche Softwareversion in welchem Produkt verwendet wird.

  • PLM schaut auf das Produkt. Dazu gehören zum Beispiel Mechanik, Elektronik, Bauteile, Produktstrukturen, Stücklisten und Fertigungsinformationen.
  • ALM schaut auf die Software. Dazu gehören Anforderungen, Code, Tests, Fehler, Releases und Softwareversionen.

Einfach gesagt:

  • PLM beantwortet die Frage: Welche Produktversion haben wir?
  • ALM beantwortet die Frage: Welche Softwareversion haben wir?

Bei modernen Produkten reicht diese Trennung aber oft nicht mehr aus. Denn Software ist heute ein zentraler Bestandteil vieler Produkte.

Warum ALM und PLM immer stärker zusammenwachsen

Viele Produkte sind heute nicht mehr rein mechanisch. Sie bestehen aus mehreren Bereichen, zum Beispiel: Mechanik, Elektronik, Embedded Software, Bedienoberflächen, Apps, Cloud-Anbindungen, Sensorik, Datenmodellen, digitalen Services.

Ein Beispiel: Eine moderne Maschine besteht nicht nur aus Bauteilen und Steuerungstechnik. Sie enthält auch Software, Schnittstellen, Sensoren und digitale Funktionen.

Wenn sich an der Software etwas ändert, kann das Auswirkungen auf das gesamte Produkt haben. Zum Beispiel auf die Funktion, Sicherheit, Bedienung, Wartung oder Zulassung.

Deshalb müssen Unternehmen heute genau wissen:

  • Welche Software gehört zu welcher Produktvariante?
  • Welche Anforderungen wurden umgesetzt?
  • Welche Tests wurden durchgeführt?
  • Welche Änderung betrifft Hardware und Software gleichzeitig?
  • Welche Version ist beim Kunden im Einsatz?
  • Welche Informationen braucht der Service?

Diese Fragen lassen sich nur zuverlässig beantworten, wenn ALM und PLM gut miteinander verbunden sind.

Praxisbeispiel: ALM und PLM für smarte Produktentwicklung

Ein Beispiel aus dem Siemens-Umfeld zeigt, wie Unternehmen die Entwicklung smarter Produkte effizienter gestalten können: In der SmartFactoryOWL der OWL University of Applied Sciences wurden Polarion ALM und Teamcenter PLM miteinander verbunden, um Software-, Hardware- und Mechanikprozesse durchgängig abzubilden.

Die Herausforderung ist typisch für viele B2B-Unternehmen: Moderne Produkte bestehen aus Mechanik, Elektronik und Software. Diese Bereiche werden oft in getrennten Systemen entwickelt – mit Folgen wie unterbrochener Nachverfolgbarkeit, separatem Requirements Management und hohem Abstimmungsaufwand.

Durch die Kombination von Polarion ALM für Anforderungen, Tests, Änderungen und Traceability sowie Teamcenter PLM für Produktstrukturen, mechanische Daten und Freigaben entsteht eine gemeinsame Datenbasis über alle Disziplinen hinweg.

So können Unternehmen Entwicklungsprozesse transparenter steuern, Änderungen besser bewerten und Software- sowie Produktlebenszyklen effizient miteinander verbinden.

Zum Use Case

Vorteile einer ALM-PLM-Integration

1

Mehr Transparenz

Alle Teams arbeiten auf einer gemeinsamen Informationsbasis. Produktdaten, Softwaredaten, Anforderungen, Änderungen und Tests sind besser miteinander verknüpft.

2

Bessere Nachverfolgbarkeit

Unternehmen können leichter nachvollziehen, welche Anforderung in welcher Produkt- oder Softwarekomponente umgesetzt wurde. Das ist besonders wichtig für Audits, Zertifizierungen und Qualitätsmanagement.

3

Schnellere Entwicklung

Wenn Informationen nicht mehr manuell zwischen Systemen übertragen werden müssen, sparen Teams Zeit. Abstimmungen werden einfacher und Entscheidungen können schneller getroffen werden.

4

Klare Versionen und Releases

Unternehmen wissen genau, welche Softwareversion zu welcher Produktversion gehört. Das ist besonders wichtig bei Varianten, Updates und Serviceeinsätzen.

5

Bessere Zusammenarbeit

Mechanik, Elektronik, Softwareentwicklung, Qualität, Produktion und Service können besser zusammenarbeiten.

6

Weniger Fehler

Viele Fehler entstehen an Schnittstellen. Eine integrierte ALM- und PLM-Landschaft reduziert solche Risiken.

ALM und PLM haben unterschiedliche Aufgaben – gehören aber zusammen

ALM und PLM sind nicht dasselbe.

  • PLM verwaltet den Lebenszyklus eines Produkts.
  • ALM verwaltet den Lebenszyklus von Software.

In modernen Unternehmen lassen sich diese Bereiche jedoch kaum noch sauber trennen. Denn viele Produkte sind heute softwaregetrieben. Wer Hardware, Software, Anforderungen, Tests und Änderungen durchgängig verbinden kann, entwickelt schneller, sicherer und transparenter. Die d.u.h.Group unterstützt Unternehmen dabei, ALM- und PLM-Prozesse ganzheitlich zu betrachten, sinnvoll zu integrieren und zukunftsfähige Entwicklungslandschaften aufzubauen.

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